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Wenn schlechteres Hören Kommunikation kostet

Schlechteres Hören fällt den Betroffenen selbst oft spät auf. Man kommt noch zurecht, Gespräche laufen irgendwie weiter. Für das eigene Empfinden gibt es lange keinen klaren Punkt, an dem etwas „nicht mehr geht“. Man passt sich an, meist unbewusst.

Für Angehörige ist die Situation oft anstrengender. Sie müssen lauter sprechen, sich häufiger wiederholen, Gespräche kosten Kraft. Mit der Zeit wird Kommunikation mühsam. Nicht aus Ungeduld, sondern aus Ermüdung.

Auf Seiten der Betroffenen passiert parallel etwas anderes. Gespräche werden kürzer, Telefonate seltener, Gruppen eher gemieden. Nicht bewusst, sondern weil es anstrengend wird. So geht nach und nach Austausch verloren, ohne dass es offen angesprochen wird.

Je länger ein Hörproblem ignoriert wird, desto mehr leidet die Kommunikation. Und genau hier liegt der eigentliche Verlust: weniger Gespräche, weniger Nähe, weniger gemeinsamer Alltag. Für niemanden ist damit etwas gewonnen.

Ein erster Schritt muss keine große Entscheidung sein. Oft reicht es, das Thema nicht weiter vor sich herzuschieben. Ein Termin zur Abklärung kann Klarheit bringen, ohne zu etwas zu verpflichten. Manche sprechen auch zuerst offen mit ihren Angehörigen darüber, wie anstrengend Gespräche geworden sind – auf beiden Seiten.

Wichtig ist vor allem, dass Kommunikation nicht stillschweigend weniger wird. Denn Selbstständigkeit zeigt sich nicht darin, Probleme möglichst lange zu übergehen, sondern darin, Veränderungen rechtzeitig ernst zu nehmen

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